Welche veganen Rohstoffe sind heimisch?

Heimische Rohstoffe in veganen Lebensmitteln punkten mit vielen Faktoren: Sie schmecken köstlich, sind gesund – und sind gut für Umwelt und Klima. Bei veganen Lebensmitteln aus heimischem Anbau gibt es einige tolle Optionen. Unsere Stars: Die alten Kulturpflanzen Hanf und Erbse. Warum die beiden die ideale Wahl für umweltbewusste Veganer sind – das erfahrt ihr hier!
Heimische Rohstoffe

Welche veganen Rohstoffe sind heimisch? Eine Frage, die du dir sicher schon mal gestellt hast. Bestimmt ernährst du dich auch mit regionalen Produkten. Obst und Gemüse der Saison vom Biobauern oder vom Wochenmarkt, die Müsli-Zutaten von einer Mühle in deiner Nähe, Getreidemilch aus regionalem Hafer, Öle aus heimischen Leinsamen.

Woher kommen die Rohstoffe veganer Produkte?

Woher kommen die Rohstoffe und wie können wir sie möglichst heimisch einkaufen? Die Frage hat auch uns bei der Entwicklung von Vega Lecker beschäftigt. Für uns als Hersteller stehen zwar der Geschmack und der Gesundheitsfaktor von Produkten an erster Stelle. Eine ebenso wichtige Rolle spielt jedoch der Umweltaspekt: Woher kommen die Rohstoffe unserer veganen Produkte? Wo wachsen sie, wie werden sie angebaut, was bedeutet der Anbau für Natur und Menschen in den jeweiligen Regionen? Welchen Einfluss hat der Anbau auf den Klimawandel?

Entscheidende Fragen, bei denen vegane Rohstoffe aus weit entfernten Anbaugebieten fast immer schlecht abschneiden. Zutaten wie Palmöl, Kokosöl, Import-Soja, Cashewnüsse und Mandeln gelten als problematisch. Denn der konventionelle Anbau in Monokulturen zerstört die Natur und raubt den Lebensraum von Menschen und Tieren. Dazu kommen die langen Transportwege der Übersee-Rohstoffe – ebenfalls eine Belastung für die Umwelt.1

Ganz anders sieht die Lage bei veganen Rohstoffen aus heimischem Anbau aus. Stars unserer Produkte bei Vega Lecker sind daher zwei traditionelle regionale Kulturpflanzen: Hanf und Erbse. Sie sind nicht nur super lecker und gesund – die beiden Pflanzen sind auch gut für unsere Umwelt.

Wie wächst Hanf?

Hanf ist äußerst genügsam. Er braucht weder besonders viel Wärme, noch macht ihm Kälte etwas aus. Außerdem wächst er schnell und fast überall, egal wie niedrig der Nährstoffgehalt des Bodens. Mehr noch: Hanf ist eine ideale Pflanze zum Regenerieren ausgelaugter Äcker. Zum einen wegen des tiefen, weit verzweigten Wurzelsystems. Damit lockert Hanf den Boden. Vor allem aber: Hanf braucht wenig Energie für sich selbst. Stattdessen gibt er den Großteil der aus dem Sonnenlicht gewonnenen Energie in die Erde – davon profitieren die Mikroorganismen im Boden.

Ein weiteres Umweltplus: Hanf ist sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge, auch gegen Unkraut setzen sich Hanfpflanzen gut durch. Dank dieser  Robustheit sind Pflanzenschutzmittel überflüssig.2

Bildquelle: AdobeStock123Tours
Angesichts des Klimawandels besonders relevant: Hanf braucht wenig Wasser. Wissenschaftler des Stockholm Environment Institute fanden heraus: In Nordeuropa angebautem Hanf reicht zum Wachstum der Regen.3 Ein Forschungsprojekt des Leibniz-Instituts für Agrartechnik und Bioökonomie ergab: Hanfpflanzen nutzen Wasser etwa sechs Mal effizienter als Baumwolle.4
Hanf ist nicht nur robust und anspruchslos. Er ist auch äußerst vielfältig – die Pflanze lässt sich fast komplett verwerten. Aus den Hanfsamen wird hochwertiges Speiseöl gepresst, das wir als Rohstoff für Vega Lecker verwenden. Hanffasern eignen sich zum Herstellen von Seilen, Papier, Verbundwerkstoffen, Dämmstoffen und Textilien. Selbst die holzigen Teile des Hanfs, Schäben genannt, lassen sich sinnvoll verwerten: Etwa als Tiereinstreu oder als Bestandteil von Bau- und Dämmstoffen.5
Wie wachsen Erbsen?

Eine andere heimische Powerpflanze ist die Erbse. Sie gehört zur Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchte, auch Leguminosen genannt. Sie sind als einzige Pflanzenart in der Lage Stickstoff aus der Luft für ihr Wachstum zu nutzen. Stickstoff ist der wichtigste Nährstoff für Pflanzen, ohne ihn funktioniert nichts. Weil Leguminosen wie die Erbse Stickstoff mit ihren Wurzeln binden, sorgen sie für eine gute Bodenqualität – eine natürliche Alternative zu synthetischen Stickstoffdüngern. Auch für nützliche Insekten sind Leguminosen attraktiv: Mit ihren vielen Blüten liefern die Pflanzen Nahrung für Honigbienen und Hummeln.

Ein weiteres Plus von Erbse & Co: Was die Pflanzen als Kohlenstoffdioxid (CO2) aus der Atmosphäre entnehmen, gelangt über die Ernte- und Wurzelreste als organischer Kohlenstoff in den Boden. Dort wird er von Mikroorganismen langfristig gespeichert. Die CO2-Speicherfähigkeit der Böden wiederum spielt eine zentrale Rolle für den Klimaschutz.6

Wo wachsen Hanf und Erbsen für Vega Lecker?

Hanf und Erbsen für Vega Lecker beziehen wir von Landwirten zur Zeit aus Deutschland und der EU. Möglichst bald wollen wir unsere veganen Rohstoff-Stars aus unserer Heimat Norddeutschland beziehen: Von unseren Partnerhöfen entlang der norddeutschen Küsten. Unsere Küstenbauern beliefern uns bereits seit vielen Jahren mit Kuhmilch, die wir in unseren Werken Aurich und Wismar zu Käse- und Molkereispezialitäten verarbeiten. Die Partnerschaft wollen wir mit unseren veganen Produkten ausbauen. Besonders die Böden in Mecklenburg-Vorpommern gelten als ideal für den Hanfanbau.

Jetzt wollen wir unsere landwirtschaftlichen Partner beim Weiterentwickeln ihrer Betriebe unterstützen und uns gemeinsam mit den Bauern um die Zukunft ihrer Branche kümmern. Der Anbau von Hanf und Erbsen gilt in der Landwirtschaft zunehmend als Chance sich auf den Wandel in der Ernährung einzustellen.7

Für uns als Hersteller ist vegane Ernährung ohnehin mehr als ein Trend. Wir sind überzeugt: Lebensmittel aus pflanzlichen Rohstoffen sind der nächste logische Schritt in der Evolution unserer Essgewohnheiten. Dabei gehen wir unseren eigenen Weg. Und wir haben eine klare Haltung. Als Familienunternehmen sind wir eng mit der Region und ihren Menschen verbunden – wir suchen unsere Rohstoffe nicht am anderen Ende der Welt.

Welche Rohstoffe wachsen noch bei uns?

Neben Hanf und Erbsen wachsen bei uns weitere heimische Rohstoffstars. Dazu gehört auch der Hafer. Die klassische Getreideart ist widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und äußerst robust – Hafer kommt auch mit kargen Böden gut klar.8 Der Haferanbau in Deutschland wächst beständig, Spitzenreiter bei den Anbaugebieten sind Bayern und Baden-Württemberg.9

Ebenfalls aus heimischem Anbau stammen Leinsamen. Sie liefern ein gesundes Speiseöl, reich an Omega-3-Fettsäuren. Der Öllein ist eine genügsame Pflanze, die auch auf nährstoffarmen Böden wächst. Ein weiteres Umweltplus: Wo Öllein wächst, wachsen auch seltene Wildkräuter, die sonst keine Chance haben.10 Die heimischen Anbaugebiete für Öllein liegen vor allem in den ostdeutschen Bundesländern.11

Quellen